Kinder- u. Jugendpsychiatrie

Zwang

Familienuntersuchung und molekulargenetische Untersuchungen bei Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter

In Zusammenarbeit mit den Universitäts- Kliniken Aachen, Marburg und Freiburg wurde eine 10-Jahres-Katamnesestudie zum Verlauf bei Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter durchgeführt (Wewetzer et al., 1999, 2001; Jans et al., 2001; Müller et al, 2001). Diese Untersuchungen erbrachten wesentliche Befunde bezüglich Klinik, Komorbidität und Prognose der Erkrankung. Die Würzburger Familienstudie (Wewetzer 2001) betrachtet die familiäre Interaktion und das erzieherische Umfeld von Kindern und Jugendlichen, die an einer Zwangsstörung leiden. Untersucht werden sollte die Einbindung von Familienangehörigen in die Zwangssymptomatik des erkrankten Kindes, die Art und Häufigkeit aggressiver Verhaltensweisen des betroffenen Kindes gegenüber Familienangehörigen sowie Familienklima, Erziehungsziele und Erziehungspraktiken in den Familien aus Sicht des Kindes und dessen Eltern. Es konnte gezeigt werden, daß die familiäre Komorbidität hoch ist, die Eltern stark interaktionell in die Zusammenhänge der Erkrankung des Kindes eingebunden sind, Familienklima und das erzieherische Umfeld aber zusammenfassend nicht normabweichend sind. Dies lenkt die Aufmerksamkeit verstärkt auf biologisch – genetische Faktoren. Eigene Klinische Studien zur SSRI-Augmentation bei Kindern und Jugendlichen mit OCD (Wewetzer et al., 1999) bestätigen, dem aktuellen Forschungsstand entsprechend, Störungen in der serotonergen Neurotransmitterregulation.

Molekulargenetischen Untersuchungen bei Patienten mit Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter werden in der Klinik unter Anleitung von Frau Prof. Dr. Walitza durchgeführt. Befunde zeigen signifikante Ergebnisse, die sich auf Polymorphismen im serotonergen System beziehen (Walitza et al., Molecular Psychiatry).